PROLIFE tracheon Tracheotomie und Laryngektomie
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Tracheostoma bei Sekretverhalt

Was bedeutet Sekretverhalt?

Störungen nimmt die Produktion des Schleims zu. Auch die Zusammensetzung verändert sich. Der sogenannte Auswurf hat dann eine andere Konsistenz und auch eine andere Farbe.
Kommt es zu einem Sekretverhalt, dann kann der Schleim im Hals nicht mehr abgehustet oder auch nicht mehr geschluckt werden. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Der Patient ist entweder insgesamt zu schwach dazu, es liegen Lähmungen oder Sensibilitätsstörungen vor oder aber andere Erkrankungen wie z.B. eine Tracheomalazie. Patienten mit bestimmten neurologischen Krankheiten, mit Lungenerkrankungen oder allgemein geschwächter körperlicher Verfassung haben nicht die Kraft, den Schleim nach außen abzuhusten. Auch bei allen Patienten ohne Bewusstsein staut sich das Sekret im Hals und muss regelmäßig entfernt werden.
Verbleibt das oftmals sehr zähe Sekret in den Luftwegen, so kann das zu massiven Atemproblemen führen. Daher muss das Sekret über die Nase oder den Mund abgesaugt werden. Dieses Verfahren ist für die Patienten sehr unangenehm und es reicht auch nicht aus, um den Sekretverhalt aufzulösen. Denn ein Absaugen ist keine kausale Therapie.

Wer leidet unter Sekretverhalt?

Sekretverhalt kann viele Gründe haben. Folgende Personengruppen können unter Sekretverhalt leiden:

  • Multimorbide geschwächte Patienten
  • Menschen mit einer Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD)
  • Patienten mit verschiedenen neurologischen Erkrankungen wie beispielsweise Morbus Parkinson
  • Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen, wie z.B Muskeldystrophie Duchenne, Spinale Muskelatrophie oder Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
  • Menschen mit einer Querschnittlähmung
  • Menschen im Koma

Wann ist ein Tracheostoma nötig?

Sekretverhalt hat, dann ist ein Luftröhrenschnitt mit Einsatz einer Trachealkanüle in ein Tracheostoma ein für den Patienten oft deutlich angenehmerer Weg als das permanent nötige Absaugen des Schleims über die Nase oder den Mund. Nach Einsatz eines Tracheostomas kann mithilfe eines Absaugkatheter das Sekret dann nämlich deutlich schonender entfernt werden. Inhalationen oder bestimmte Medikamente unterstützen die Entfernung des Sekretverhalts, indem sie den eher zähen Schleim verflüssigen.

Wie sieht das Leben mit Tracheostoma aus?

Menschen mit einem Tracheostoma und ihre Angehörigen müssen sich erst an die künstliche Öffnung im Hals gewöhnen. Wichtig ist auch zu lernen, wie man mit einer Trachealkanüle umgeht und wie man sie richtig pflegt. Zum Reinigen sollte der Patient sicherheitshalber nie auf den Rücken gelegt werden, da hier die Gefahr besteht, dass das Sekret in die tieferen Atemwege gelangt. Besser ist es, wenn der Betroffene sitzt oder steht. Beim Sitzen sollte er den Rumpf leicht nach vorne beugen.
Ist der Patient bettlägerig, sollte er auf die Seite gelegt werden. Es sollte aber immer darauf geachtet werden, dass der Oberkörper so liegt, dass der Speichel aus dem Mund herauslaufen kann. Dann wird die Trachealkanüle entblockt, das heißt, die Luft aus einer Manschette um die Kanüle wird entfernt. Diese Manschette nennt man Cuff.

So wird die Trachealkanüle gereinigt

Mit der Zeit sammelt sich immer Flüssigkeit in der Trachealkanüle. Dies kann zur Vermehrung von Bakterien führen. Damit aber möglichst wenige Keime in die Kanüle geraten, sollte der Mund-Nasen- und Rachenraum gründlich gereinigt werden, bevor die Kanüle entblockt wird. Dazu ist es auch wichtig, den Speichel, der sich möglicherweise in den Wangen angesammelt hat, anzusaugen. Auch die Zähne sollten vorher geputzt werden. Manche Patienten können noch etwas husten. Das ist günstig, weil dann – bevor man mit der Reinigung beginnt – zumindest ein Teil des Sekrets nach oben befördert wird. Ansonsten wird der Speichel mithilfe eines Katheters während des Ausatmens abgesaugt und so der Sekretverhalt entfernt.