Was ist eine Trachealstenose?
Bei der Trachealstenose handelt es sich um eine Verengung der Luftröhre. Diese Verengung kann angeboren sein. In den meisten Fällen entsteht sie aber durch Druck auf die Luftröhre von außen oder durch Verletzungen und Vernarbungen im Inneren. Eine Verengung der Luftröhre führt zu Atemproblemen.
Die Luftröhre ist der einzige Weg, über den der Mensch an Sauerstoff kommt. Eine gesunde und funktionierende Luftröhre ist deswegen lebensnotwendig. Eine Verengung der Luftröhre (Trachealstenose oder auch Luftröhrenverengung) entwickelt sich in den meisten Fällen über einen längeren Zeitraum und kann sehr schmerzhaft sein. Sie führt so gut wie immer mittel- bis langfristig zu Problemen. Anfänglich nur bei anstrengenden Tätigkeiten und Sport, je nach Ausprägung später dann aber auch zu Atemproblemen in Ruhe.

Kurz erklärt
So sieht die Luftröhre aus
Die Luftröhre, auch Trachea genannt, ist eine Röhre, die den Kehlkopf mit den Bronchien verbindet. Die Luftröhre ist in etwa zehn bis zwölf Zentimeter lang und beginnt auf Höhe des Ringknorpels. Dieser Knorpel ist Teil des Kehlkopfs. Die Luftröhre endet an der Gabelung an der sie sich in die beiden Hauptbronchien aufteilt. Versteift wird die Trachea durch 15 bis 20 U-förmige Knorpel. Damit wird verhindert, dass die Luftröhre beim Einatmen unter dem Unterdruck in sich zusammenfällt. Diese Knorpel ermöglichen aber auch die Elastizität, die notwendig ist, damit man den Hals und den Kopf bewegen kann.
Was sind die Ursachen?
Angeborene Trachealstenosen sind relativ selten. In diesen Fällen kommen Kinder mit fehlgebildeten Knorpeln in der Luftröhre auf die Welt. Statt U-förmigen Knorpelspangen haben diese Kinder Knorpelringe. Dadurch ist die Luftröhre zu eng.
In den meisten Fällen entstehen Trachealstenosen aber durch Verschlucken von Fremdkörpern, Wucherungen, Verletzungen und Entzündungen der Atemwege. Aber auch eine Langzeitbeatmung mit einem Schlauch kann die Luftröhre so verletzen, dass sie sich entzündet und wuchert.

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Wie kommt es zu einer Luftröhrenverengung?
  • Angeborene Erkrankungen
  • Tumore in der Luftröhre
  • Narbenbildung nach Verletzungen infolge von Langzeitbeatmungen
  • Einengung im Halsbereich von außen beispielsweise durch eine vergrößerte Schilddrüse
  • Verschlucken von Fremdkörpern
Wie siehen die Symptome aus?
Sauerstoff ist der Treibstoff des menschlichen Körpers. Kann nicht genug Luft in die Lungen gesaugt werden, befindet sich der Patient in Lebensgefahr und kann im Extremfall innerhalb weniger Minuten ersticken. Schwere Atmung und Husten sind typische Zeichen für eine Luftröhrenverengung. Durch die Schwellung entsteht ein Fremdkörpergefühl, das der Körper versucht mithilfe von Husten los zu werden. Typisch ist ein pfeifendes Geräusch beim Einatmen. Derartige Beschwerden müssen sehr ernst genommen werden.
Je nach Ursache verläuft eine Trachealstenose sehr unterschiedlich. Wird ein Gegenstand verschluckt, treten die Symptome wie Schmerzen und Atemnot ganz plötzlich auf. Der Patient würgt und wird panisch. Hier ist schnelles Handeln gefordert. Bis der Notarzt da ist, kann versucht werden, den Fremdkörper durch beherzte Schläge zwischen die Schulterblätter zu lösen. In einem nächsten Schritt kann der Heimlich-Handgriff eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um eine lebensrettende Sofortmaßnahme bei Atemnot aufgrund von Fremdkörpern in der Luftröhre. Bei dem Heimlich-Handgriff steht der Helfer hinter dem Betroffenen und versucht durch Druck auf den Bauchraum, den Fremdkörper nach oben zu katapultieren.
Bei Luftröhrenverengungen, die aufgrund von Wucherungen im Inneren der Luftröhre oder um sie herum auftreten, nehmen die Atembeschwerden nach und nach zu. Wichtig ist deswegen, dass man bereits bei einer leicht eingeschränkten Atmung und bei Geräuschen beim Einatmen einen Arzt aufsucht. Mithilfe von Röntgenaufnahmen, Ultraschall oder Computertomographie kann dieser sehen ob und in welchem Ausmaß eine Luftröhrenverengung vorliegt. Oft bleiben Trachealstenosen über längere Zeit unbehandelt und der Betroffenen erhält deswegen über einen längeren Zeitraum zu wenig Sauerstoff. Das kann bleibende Hirnschäden verursachen. Deswegen ist es wichtig, frühzeitig zum Arzt zu gehen.
Wie erfolgt die Therapie?
Betrifft die Trachealstenose nur ein kurzes Stück, kann dies operativ korrigiert werden. Ist die Luftröhre jedoch über ein längeres Stück zu eng, kommt das Verfahren einer Tracheoplastie zum Einsatz. Bei diesem Verfahren wird die Luftröhre horizontal aufgeschnitten und an zwei Stellen geöffnet, anders zusammengeschoben und anschließend wieder zusammengenäht. Handelt es sich nicht um einen Fremdkörper, der entfernt werden kann, muss fast immer operativ behandelt werden. Dabei wird beispielsweise das wuchernde Gewebe mithilfe eines Bronchoskops entdeckt, gefasst und entfernt. Bei dieser Methode wird ein dünner Schlauch über Mund oder Nase in die Luftröhre eingeführt, unter Sicht der Fremdkörper gesucht und mittels Faßzange entfernt. In bestimmten Fällen reicht es auch aus, die Engstelle von innen mithilfe eines Stents zu weiten. Bei manchen Patienten entscheidet der Arzt sich aber dazu, den verengten Abschnitt der Luftröhre herauszuschneiden und die beiden Enden wieder zusammen zu nähen. Die Luftröhre ist dann also etwas kürzer.
Bei manchen Menschen ist die Luftröhre so in Mitleidenschaft gezogen, dass ein Tracheostoma (Luftröhrenschnitt) nötig wird. Dann wird direkt in das Loch am Hals eine Trachealkanüle eingesetzt, durch welche die Lungen dann mit Sauerstoff versorgt werden. Je nach der Ursache der Luftröhrenverengung wird der Arzt entscheiden, welche Methode für den einzelnen Patienten am besten ist.

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Therapiemöglichkeiten bei einer Trachealstenose
  • Künstliche Beatmung als Sofortmaßnahme
  • Tracheotomie mit Einsatz einer Trachealkanüle
  • Einlegen eines Stents, der die Engstelle weitet
  • Einschneiden der verdickten Stelle mit Lasern
  • Injektion von Kortison gegen die Entzündung
  • Operation um den verengten Abschnitt der Luftröhre zu entfernen