Trachealkanülen im Überblick
  • Trachealkanülen sind gebogene Röhrchen aus Kunststoff oder Metall, die ein Tracheostoma stabilisieren und einen sicheren Zugang zu den Atemwegen bieten
  • Trachealkanülen bestehen aus einem Kanülenschild zur Befestigung der Kanüle am Hals, dem Kanülenrohr, einem Konnektor für den Aufsatz eines Sprechventils oder HME-Filters sowie gegebenenfalls einem Cuff (aufblasbarer Ballon am Kanülenrohr zur Abdichtung der Luftröhre)
  • Trachealkanülen müssen auf die individuelle Anatomie des Kanülenträgers angepasst sein: Hierbei ist auf die optimale Kanülenlänge, den optimalen Außen- und Innendurchmesser sowie den richtigen Krümmungswinkel der Kanüle zu achten
  • Darüber hinaus werden folgende Kanülen-Grundtypen unterschieden, aus denen passend zur Situation des Kanülenträgers ausgewählt werden sollte: Ungeblockte Trachealkanülen, geblockte Trachealkanülen, Sprechkanülen, Trachealkanülen mit Innenkanüle, Trachealkanülen mit subglottischer Absaugung, Silberkanülen sowie diverse Spezialkanülen
Was ist eine Trachealkanüle?
Eine Trachealkanüle ist ein Röhrchen aus Kunststoff oder Metall, das nach einem Luftröhrenschnitt in die entstandene Öffnung (Tracheostoma) gelegt wird. Über diese Kanüle wird der Betroffene mit Luft versorgt. Zu dieser Methode greift man immer dann, wenn die Atmung über Mund und Nase nicht mehr ausreichend funktioniert. Die Trachealkanüle ist auch ein Platzhalter, der dafür sorgt, dass die Öffnung in der Luftröhre stabil geöffnet bleibt. Vor allem nach einer Dilatationstracheotomie (siehe Kasten) muss sich immer eine Trachealkanüle in der Öffnung befinden, damit sich diese nicht wieder verschließt. Ein verengtes Tracheostoma kann mithilfe von immer größer werdenden Trachealkanülen jedoch wieder geweitet werden.
Neben der Versorgung mit Sauerstoff können auch verschiedene Hilfsmittel beispielweise ein Filter zur Befeuchtung an die Trachealkanüle angekoppelt werden.
Aus welchen Teilen besteht sie?
Eine Trachealkanüle hat folgende wichtige Merkmale:

Schematische Skizze einer Trachealkanüle und wesentlicher Merkmale


  1. Der Krümmungsradius oder Krümmungswinkel: Krümmungswinkel von Trachealkanülen reichen typischerweise von 90°-120°. Der Krümmungswinkel sollte allgemein vom individuellen Verlauf der Luftröhre abhängig gemacht werden. Bei Erwachsenen wird jedoch meist ein Krümmungswinkel von 90° gewählt, bei Kindern einer im Bereich von 105°-120°.
  2. Das Kanülenschild: Dieses hat die Aufgabe, die Trachealkanüle am Hals zu befestigen. Am Kanülenschild sind Halteösen angebracht, an denen das Kanülentrageband befestigt wird. Kanülenschilder können aus verschiedenen Materialien bestehen und starr, elastisch, gerade, konkav oder oval, verschiebbar oder nicht verschiebbar sein. Auch die Wahl des Kanülenschilds sollte auf die persönliche Situation abgestimmt sein – Während zum Beispiel Patienten, die auf Intensivstationen nur liegen, häufig unelastische Kanülenschilder tragen, sind bewegliche, flexible Kanülenschilder für mobile Trächer einer Trachealkanüle günstiger.
  3. Der Konnektor (Adapter): Dieser ermöglicht das Aufstecken von Sprechventilen, HME-Filtern oder den Anschluss eines Beatmungsgeräts. Konnektoren sind auf 15 mm genormt.
  4. Die Kanülenlänge: Trachealkanülen werden in der Regel zwischen 39 mm und 135 mm angeboten. Die Kanülenlänge sollte dabei immer auf die individuellen Gegebenheiten passen: Eine zu lange Kanüle kann z.B. zu Schleimhautverletzungen führen.
  5. Der Cuff: Um manche Kanülen liegt am unteren Ende eine aufblasbare Manschette, ein sogenannter Cuff. Dieser Cuff dichtet den Raum zwischen Trachealkanüle und Luftröhrenwand ab. So soll bei Schluckstörungen vermieden werden, dass Sekret in die Bronchien gelangt. Bei einer Beatmung wird so erreicht, dass keine Luft über die oberen Atemwege entweicht.
  6. Kontrollballon: Der Kontrollballon ist mit dem Cuff über einen dünnen Schlauch verbunden. Über den Kontrollballon kann erkannt werden, ob die Kanüle geblockt ist (d.h. der Cuff befüllt ist). Am Kontrollballon kann entweder ein Cuffdruckmesser angeschlossen werden, um den Cuffdruck zu prüfen oder aber eine Spritze angeschlossen werden, um den Cuff zu entleeren oder zu befüllen.
  7. Der Innendurchmesser: Die Wahl eines größtmöglichen Innendurchmessers ist bei Trachealkanülen vorteilhaft, da dies eine sichere Atmung begünstigt.
  8. Der Außendurchmesser: Der Außendurchmesser der Trachealkanüle ist für die Anpassung an die Größe des Tracheostomas und der Luftröhre wichtig. Die am Markt angebotenen Größen variieren zwischen ca. 4 mm – 18 mm.
Welche Kanülentypen werden unterschieden?
Innerhalb des großen Sortimens an Trachealkanülen lassen sich folgende sieben Kanülenarten unterscheiden:
  1. Ungeblockte Trachealkanülen
  2. Geblockte Trachealkanülen
  3. Sprechkanülen
  4. Trachealkanülen mit Innenkanüle
  5. Trachealkanülen aus Silber
  6. Trachealkanülen mit subglottischer Absaugung
  7. Spezialkanülen

(1) Ungeblockte Trachealkanülen
Ungeblockte Trachealkanülen (Trachealkanülen ohne Cuff) werden in der Regel bei Patienten verwendet, die sicher schlucken und abhusten können und bei denen keine Gefahr einer Aspiration besteht. Außerdem werden sie primär in der Versorgung von Kindern eingesetzt. Ungeblockte Trachealkanülen werden mit und ohne Innenkanüle sowie mit und ohne Fensterung angeboten.

Ungeblockte Trachealkanüle


+
Wesentliche Vorteile
  • Einfacher Trachealkanülenwechsel, einfache Reinigung
  • Kein störender Cuff, der für Irritationen in der Luftröhre sorgt
  • Bei den meisten Typen ungeblockter Trachealkanülen häufige Wiederaufbereitung möglich
Wesentliche Nachteile
  • ·/·
(2) Geblockte Trachealkanülen
Eine blockbare Trachealkanüle hat am unteren Ende des Kanülenrohrs eine aufblasbare Manschette (sogenannter Cuff), die das Kanülenrohr gegen die Luftröhrenwand abdichtet und verhindert, dass Speichel in die Luftröhre gerät. Ohne diese Blockade würde der Speichel an der Trachealkanüle entlang in die Luftröhre gelangen. Hundertprozentig ist dieser Aspirationsschutz aber nicht. Vor allem bei Patienten mit schlechtem Hustenreflex kann unter Umständen trotzdem noch Flüssigkeit in die Lunge gelangen. Bei einer geblockten Trachealkanüle entweicht keine Luft über die oberen Atemwege. Da der Luftstrom an den Stimmbändern vorbeigeleitet wird, können Betroffene nicht sprechen.

Geblockte Trachealkanülen werden zumeist bei intensiver Speichelaspiration aber auch bei invasiver Beatmung eingesetzt.

Geblockte Trachealkanüle


+
Wesentliche Vorteile
  • Speichel kann durch Cuff aufgefangen werden und gelangt nicht in die unteren Atemwege
  • Gezielte Beatmung ohne Leckagen im Beatmungsfall möglich
Wesentliche Nachteile
  • Regelmäßige Kontrolle des Cuff-Drucks nötig
  • Gefahr von Komplikationen; z.B. tracheoösophageale Fistel bei zu hohem Cuff-Druck, Drucknekrosen in der Trachea durch immer gleiche Auflagefläche des Cuffs, Sekret-Aspiration bei zu niedrigem Cuffdruck
  • Ein Cuff bietet keinen vollständigen Schutz gegen herunterlaufendes Sekret – Auch bei optimalem Cuffdruck kann sehr dünnflüssiges Sekret am Cuff vorbei in die Bronchien gelangen
  • Betroffene haben bei geblockter Kanüle keine Möglichkeit, zu sprechen. Auch die Möglichkeit zum Husten und Räuspern fehlen, da bei der Atmung der Kehlkopf umgangen wird
(3) Sprechkanülen
Sogenannte Sprechkanülen bestehen aus einer Aussenkanüle mit einer Öffnung im Kanülenbogen. Durch diese kann die Luft beim Ausatmen in Richtung Kehlkopf geführt und so das Sprechen ermöglicht werden. Die Öffnung kann entweder in Form einer Siebung (mehrere kleinere Löcher) oder einer Fensterung (größere Öffnung) bestehen. Zusätzlich zur Außenkanüle gibt es zwei Innenkanülen:
  • Eine Innenkanüle besitzt eine Öffnung und wird eingeführt, wenn eben der Luftfluss in Richtung Kehlkopf etabliert werden soll. Um das Sprechen zu ermöglichen, muss zusätzlich noch ein Sprechventil auf die Kanüle aufgesteckt werden. Dieses öffnet sich bei der Einatmung und lässt die Luft durch die Kanüle einströmen. Bei der Ausatmung verschließt es sich hingegen und die Luft wird über den Kehlkopf umgelenkt.
  • Die zweite Innenkanüle ist geschlossen. Wird diese eingeführt, wird die Öffnung der Außenkanüle verschlossen. So wird z.B. vermieden, dass während des Schlafens Sekret in die Atemwege gelangt.

Wichtiger Hinweis
❗ Bei eingelegter Innenkanüle mit Öffnung muss die Trachealkanüle immer entblockt sein!

Sprechkanülen


Sprechkanülen werden eingesetzt, wenn der Raum zwischen Trachealkanüle und Trachea zu klein ist, um einen ausreichenden Atemfluss nach oben für das Sprechen zu ermöglichen und gleichzeitig keine kleinere Trachealkanüle möglich ist. Sprechkanülen werden auch bei kehlkopflosen Patienten eingesetzt, die mit einer Stimmprothese versorgt sind.

+
Vorteile
  • Über eine Sprechkanüle ist durch den Luftfluss in die oberen Atemwege eine Stimmbildung, Husten und Räuspern möglich
Nachteile
  • Häufig ist die Sprechöffnung nicht richtig platziert bzw. verschoben. Dadurch ist nur ein eingeschränkter Luftfluss durch die Trachealkanüle in Richtung Kehlkopf möglich
  • Eine nicht richtige Lage der Sprechöffnung kann zudem die anliegenden Schleimhäute bei Kopf- oder Schluckbewegungen reizen und sogar das Eindringen von Gewebe (sogenanntes Granulationsgewebe) in die Sprechöffnung ermöglichen
  • Durch die Sprechöffnung besteht ein Aspirationsrisiko
(4) Trachealkanülen mit Innenkanüle (Seele)
Kanülen mit Innenkanüle (sogenannte Seele) erleichtern dem Anwender die Reinigung. Die Innenkanüle kann schnell und unkompliziert entnommen und getauscht werden. Daher werden sie auch besonders in der häuslichen Versorgung eingesetzt.

Innenkanülen


+
Vorteile
  • Einfache und schnelle Kanülenreinigung möglich, da keine Entnahme der Aussenkanüle nötig ist und die Innenkanüle schnell entnommen und gereinigt werden kann
  • Verlängerte Liegedauer der Trachealkanüle
  • Unproblematischer Kanülenwechsel bei dilatativ angelegten Tracheostomata
Nachteile
  • Erhöhter Atemwiderstand durch Innenkanüle
  • Durch zusätzliche Kanüle geringeres Lumen bzw. nachteiligeres Verhältnis von Aussendurchmesser zu Innendurchmesser
(5) Trachealkanülen aus Silber im Unterschied zu Kunststoff
Heute werden meist Trachealkanülen aus Kunststoff (Silikon, Polyurethan, Polyvinylchlorid (PVC)) benutzt. Manche verwenden jedoch noch immer die früher häufigeren Silberkanülen. Aufgrund des härteren Materials können diese dünnwandiger sein und weisen bei gegebenem Außendurchmesser einen höheren Innendurchmesser auf, was grundsätzlich eine widerstandsarme Atmung ermöglicht. Sie sind zudem lange haltbar und lassen sich sterilisieren. Kunststoffkanülen sind jedoch deutlich flexibler und so angenehmer zu tragen.

+
Vorteile
  • Bei gegebenem Außendurchmesser großer Innendurchmesser möglich (sogenanntes respiratorisches Lumen)
  • Lange Haltbarkeit
  • Bakterizide Wirkung des Silbers
Nachteile
  • Starres, nicht flexibles Material erhöht Risiko von Druckverletzungen
  • Leitet Temperatur und somit Kälte im Winter
  • Schweres Material
(6) Trachealkanülen mit subglottischer Absaugung
Trachealkanülen mit Absaughilfe sind mit einem weiteren Schlauch ausgestattet, der oberhalb des Cuffs endet und mit Hilfe dessen das oberhalb des gefüllten Cuffs angesammelte Sekret abgesaugt werden kann. Dazu wird an das aussen befindliche Ende dieses Schlauchs ein Absauggerät oder eine Spritze angeschlossen.

Dieser Trachealkanülentyp eignet sich etwa bei starker Speichelaspiration und/oder ausgeprägten Schluckstörungen.

Kanülen mit subglottischer Absaugung


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Vorteile
  • Angesammeltes Sekret lässt sich von Außen absaugen und ein Einlaufen in die tieferen Atemwege verhindern
  • Komplikationen durch alternatives endotracheales Absaugen nehmen ab
Nachteile
  • Ist das Sekret sehr zäh, kann der Absaugkanal (je nach Durchmesser) schnell verstopfen und das Absaugen schwierig bis unmöglich machen
  • Außendurchmesser der Kanüle kann durch den Absaugschlauch bauartbedingt etwas größer sein
(7) Spezialkanülen
Über die Standard-Trachealkanülentypen hinaus gibt es noch Spezialkanülen, die für unterschiedliche Probleme entwickelt worden sind. Hierzu gehören unter anderem:
  • Montgomery Safe-T-Tube: Das ist eine Kombination einer Trachealkanüle und eines Trachealstents. Er kommt dann zum Einsatz, wenn ein Tracheostoma vorliegt und die Luftröhre gleichzeitig geschient werden muss. Einsatzgebiete sind Verengungen (Stenosen) der Luftröhre, Verletzungen und Rekonstruktionen der Luftröhre. Auch bei Kindern mit einer weichen Luftröhre (Tracheomalazie) wird gerne diese Form der Trachealkanüle verwendet. Auf keinen Fall eingesetzt werden kann diese Kanüle bei Patienten, bei denen eine Beatmung oder eine Aspiration notwendig ist.
  • Tracheostomabutton: Hierbei handelt es sich um ganz kurze Kanülen aus Silikon. Tracheostomabuttons besitzen keine Halsplatten und sitzen ohne zusätzliche Fixierung alleine aufgrund ihrer Klemmkraft. Diese Form der Trachealkanüle muss ganz genau für jeden Patienten angepasst werden, damit die Größe stimmt und der Button nicht zu fest oder zu locker sitzt und herausfällt. Dies ist eine für den Patienten besonders angenehme Version, weil keine Halsplatte mehr auf die Haut geklebt werden muss. Der Tracheostomabutton wird häufig als Platzhalter verwendet, wenn abzusehen ist, dass der Betroffene in absehbarer Zukunft keine Trachealkanüle mehr benötigt; also in der sogenannten Entwöhnungsphase.
  • Tracheosafe: Hierbei handelt es sich um einen Platzhalter. Ein Safe ist eine Art Stöpsel, der mithilfe einer Halsplatte auf der Haut befestigt wird. Ein Safe bietet sich dann an, wenn das Tracheostoma nicht mehr für die Atmung verwendet wird. Er kommt dann zum Einsatz, wenn man sich allerdings noch nicht sicher ist, ob das Tracheostoma nicht doch noch später gebraucht wird. In bestimmten Situationen kann die Öffnung auch aktuell nicht verschlossen werden, beispielsweise, weil der Patient gerade mit einer Strahlentherapie behandelt wird. Diese Safe-Platzhalter schließen ein Tracheostoma gut und luftdicht ab und ermöglichen normales Sprechen und Husten.
  • Biesalski-Kanülen: Bei diesem Kanülentyp verläuft das Trachealkanülenrohr konisch. Das bedeutet, dass die Kanüle direkt hinter dem Kanülenschild einen größeren Durchmesser als an der Kanülenspitze hat. Der geringere Durchmesser der Kanüle in der Trachea vereinfacht die Platzierung der Trachealkanüle. Zudem gelangt so bei Aufsetzen eines Sprechventils viel Ausatem-Luft an der Kanüle vorbei in die oberen Atemwege.
Welche Trachealkanüle ist die Richtige?
Heute gibt es verschiedene Anbieter von Trachealkanülen, die jeweils wiederum eine Vielzahl an Modellen anbieten, die sich nach den beschriebenen Merkmalen wie Außendurchmesser, Innendurchmesser, Kanülenlänge, Krümmung/Biegewinkel, Manschettendurchmesser, Kanülentyp (blockbar, nicht blockbar, Vorhandensein einer Sprechöffnung, Innenkanüle oder nicht) , ... unterscheiden.
Einerseits bietet diese Vielfalt hervorragende Möglichkeiten, Trachealkanülen zu finden, die optimal auf die persönliche Situation passen. Andererseits erfordert die Auswahl der richtigen Kanüle jedoch eine hohe Fachkompetenz und einen sehr guten Marktüberblick.

Die Wahl des Trachealkanülentyps hängt insbesondere von der Situation (Diagnose), aber auch gegebenenfalls von der Art der Stomaanlage (chirurgisches Tracheostoma, dilatatives Tracheostoma) und dem Therapieziel ab. Darüber hinaus muss die Kanülengröße optimal auf die Anatomie des Patienten passen. Stimmen etwa der Krümmungsradius oder die Länge nicht, kann es nach kurzer Zeit zu Verletzungen in der Luftröhre und dem Tracheostoma kommen. Um zu kontrollieren, ob eine Trachealkanüle richtig sitzt, bietet sich zum Beispiel eine Endoskopie an. Damit kann der Arzt sehen, ob die Kanüle richtig positioniert ist.
Welches Zubehör gibt es?
Neben den einzelnen Trachealkanülentypen gibt es diverse Zubehörprodukte, deren Auswahl auf die persönliche Situation abgestimmt werden sollte.

Tracheostoma Zubehör


Zum Zubehör gehören:
  • Cuffdruckmesser: Cuffdruckmesser (auch als Manometer bezeichnet) dienen der Überprüfung und Regulierung des Drucks in der Manschette um die Trachealkanüle (sogenannter Cuff). Sowohl ein zu hoher als auch zu niedriger Druck im Cuff kann schwere Folgen für den Trachealkanülenträger haben: Ein zu niedriger Druck kann dazu führen, dass die Luftröhre nicht abgedichtet ist und Speichel in die tieferen Atemwege gelangt. Ein zu hoher Cuffdruck hingegen kann die Durchblutung der Schleimhaut stören und zu Druckgeschwüren und absterbendem Gewebe führen.
  • Sprechventil: Ein Sprechventil öffnet sich beim Einatmen und schließt sich beim Ausatmen. So wird ein Luftfluss an der Trachealkanüle vorbei durch den Kehlkopf möglich.
  • HME-Filter: HME-Filter ersetzen die Funktion der Nase, indem sie die Luft befeuchten, erwärmen und reinigen. Daher werden sie auch als künstliche Nase oder feuchte Nase bezeichnet. Bei den meisten HME-Filtern besteht eine Anschlussoption für die zusätzliche Gabe von Sauerstoff.
  • Trachealspreizer: Ein Trachealspreizer ist ein Hilfsmittel, um bei einem Trachealkanülenwechsel oder bei unbeabsichtiger Dekanülierung das Tracheostoma so lange zu spreizen und offen zu halten, bis die neue Trachealkanüle eingeführt ist.
  • Absaugkatheter/Absauggerät: Absaugkatheter sind flexible Schläuche, die an ein Absauggerät angeschlossen werden und zum Absaugen von Speichel aus der Luftröhre verwendet werden.
  • Inhalationsgerät: Mit einem Inhalationsgerät können Medikamente oder Kochsalzlösung fein vernebelt eingeatmet werden.
  • Kanülentrageband: Ein Kanülentrageband wird am Kanülenschild befestigt und dient der Fixierung der Kanüle.
  • Larynx-Schutztücher: Larynx-Schutztücher dienen der Abdeckung des Tracheostomas und verhindern das Eindringen von Fremdkörpern.
  • Duscheschutz: Ein Duscheschutz verhindert, dass Wasser beim Duschen in das Tracheostoma eintritt.
  • Stomaöl: Stomaöl wird zum leichteren Einführen der Trachealkanüle und zur Hautpflege eingesetzt.
  • Kanülenreinigungsbürsten/-pulver: Kanülenreinigungsbürsten und Kanülenreinigungspulver dienen der effektiven und schonenden Reinigung von Trachealkanülen.
  • Trachealkompressen: Trachealkompressen werden unter dem Kanülenschild um das Tracheostoma herum aufgelegt, um Reibungen und Druckstellen am Tracheostoma zu vermeiden und das Stoma trocken zu halten.


Ingmar Theis
Autor:
Ingmar Theis
PROLIFE homecare GmbH, Kaufungen
Ingmar Theis ist examinierter Krankenpfleger mit einer Zusatzausbildung zur Palliativ Care-Fachkraft sowie zum Wundexperten ICW. Seit 2006 berät er schwerpunktmäßig tracheotomierte Patienten im Außendienst und ist Produktspezialist in diesem Versorgungsbereich.