Was ist ein HME-Filter?
HME-Filter sind Beatmungsfilter für Patienten, die ein Tracheostoma haben. HME steht hierbei für Heat and Moisture Exchanger. Diese Filter werden auf eine Trachealkanüle aufgesteckt, wärmen und befeuchten die Luft und übernehmen dadurch eigentliche Aufgaben der Nase. Deswegen spricht man bei HME-Filtern auch von einer künstlichen Nase oder feuchten Nase.
HME-Filter sind wichtig bei allen Menschen mit einem Tracheostoma, da bei ihnen die Luft nicht über Mund und Nase, sondern über die Trachealkanüle im Hals in die Lunge gelangt. Aufgrund der veränderten Atemführung ist die Luft nicht mehr ausreichend feucht und warm. Dies führt zu einer verstärkten Bildung von Sekret, einem höheren Hustenreiz, einer trockeneren Tracheal-Schleimhaut. Zudem kann das Sekret aufgrund der Trachealkanüle weniger effektiv abgehustet werden.

HME-Filter bestehen aus einem Gehäuse aus Kunststoff und dem eigentlichen Filter. Dieser besteht entweder aus Papier oder Schaumstoff. Der Filter ist mit einem feuchtigkeitsanziehenden Salz beschichtet. Dadurch kann der Filter die Feuchtigkeit der ausgeatmeten Luft binden und sie beim Einatmen wieder zurück in Richtung Lunge leiten.
Beispielfotos von HME-Filtern


Was können HME-Filter?
HME-Filter ersetzen die Aufgaben der Nase und werden deswegen auch als künstliche Nase bezeichnet. Die Filter dienen als Befeuchtungsfilter und erwärmen und reinigen die Luft. Die Kombination von Befeuchtung, Erwärmung und Reinigung bezeichnet mal als Atemgaskonditionierung. Diese modernen Filter sind in der Lage, Schmutzpartikel, Bakterien und Viren aus der eingeatmeten Luft zu entfernen. HME-Filter dienen deswegen auch als Infektionsschutz. Die Atemluft wird mithilfe dieser Filter künstlich erwärmt und angefeuchtet. Dies ist für Menschen, die wegen einer Beatmung oder einer Tracheotomie ihre oberen Atemwege nicht benutzen können, von großer Bedeutung. Deswegen finden HME-Filter beispielsweise auf den Intensivstationen großen Einsatz. Nicht verwendet werden dürfen sie lediglich bei Neugeborenen, Blutungen oder einer starken Bildung von Sekret.
Was würde ohne HME-Filter passieren?
Ohne den Einsatz eines HME-Filters wäre die Atemluft zu kalt und zu trocken. Die Schleimhaut der Luftröhre würde schon nach kurzer Zeit austrocknen und Borken bilden. Damit würde das Risiko für Infektionen deutlich steigen, weil Keime durch die rissige Struktur leichter eindringen können. Der Filter verhindert aber auch, dass Staub und kleinere Partikel ihren Weg über die Kanüle in die Lunge finden. Ohne Filter könnten auch kleinere Insekten versehentlich eingeatmet werden.
Was ist bei der Auswahl wichtig?
Das Angebot an Filtern ist groß. Unterschieden wird grundsätzlich zwischen

  1. Wasseranziehenden (hygroskopischen) Filtern: Diese sind Heat and Moisture Exchanger, also HME-Filter. Das heißt, sie erwärmen und befeuchten in erster Linie die eingeatmete Luft, halten aber auch Bakterien ab
  2. Wasserabweisenden (hydrophoben) Filtern: Die Hauptaufgabe von hydrophoben Filtern besteht primär darin, Bakterien und Viren abzuhalten. Sie befeuchten aber auch die Atemluft etwas
  3. Einer Kombination aus den beiden erstgenannten Filtern: Kombinationen aus beiden Filtern erwärmen und befeuchten die Luft effektiv und bieten einen umfassenden Schutz vor Keimen.
Bei der Auswahl eines HME-Filters ist unter anderem auf das Tidalvolumen des Patienten zu achten. Das Tidalvolumen ist sozusagen das Atemvolumen, das für jeden Patienten extra eingestellt wird. Bei gesunden Erwachsenen, die selbständig atmen, liegt dieses Volumen bei etwa einem halben Liter. Der HME-Filter muss immer zum Atemvolumen passend gewählt werden. Außerdem muss er auch ein für den Patienten passendes Speichervermögen für Feuchtigkeit besitzen.

Der HME-Filter wird an der Trachealkanüle befestigt. Braucht der Patient zusätzlich noch Medikamente, die ihm durch die Atemluft verabreicht werden, kommt zusätzlich noch ein Vernebler zum Einsatz. Dieser wird zwischen der Trachealkanüle und dem Filter eingebaut. HME-Filter sollten in der Regel alle 24 Stunden gewechselt werden, bei größerer Verschmutzung sofort.

Wichtiger Hinweis
Früher …
… wurden in Krankenhäusern Kaskadenanfeuchter, Atemgasanfeuchter und Ultraschallvernebler eingesetzt. Daraufhin kam es zu einem Anstieg von Infektionen der Patienten. Deswegen suchte man nach einem Weg, die Luft zu befeuchten und gleichzeitig die Vermehrung von Keimen zu unterbinden. Daraus entstanden die heutigen HME-Filter. Dies ist eine Methode der passiven Luftbefeuchtung. HME-Filter werden an die Trachealkanüle gesteckt, entnehmen der ausgeatmeten Luft Wärme und Feuchtigkeit und führen sie beim Einatmen wieder zurück. Auf die Methoden der aktiven Luftbefeuchtung aus früheren Zeiten wird heute nur noch selten zurückgegriffen.