Chirurgisches Tracheostoma – Was ist das?
Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedene Anlageformen eines Tracheostomas: Das chirurgische Tracheostoma (auch konventionelles Tracheostoma genannt) und die perkutane Dilatationstracheotomie. Welcher Zugang gelegt wird, ist in erster Linie davon abhängig, welche Erkrankung vorliegt und wie lange die Öffnung vorgesehen ist.
Ein chirurgisches Tracheostoma ist ein künstlicher Zugang zur Luftröhre. Es wird dann angelegt, wenn das Ein- und Ausatmen auf natürlichem Wege nicht mehr möglich ist und eine dauerhafte Alternative zur Sauerstoffzufuhr für die Patienten gefunden werden muss. Dies ist beispielsweise nach einer Kehlkopfentfernung (Laryngektomie) der Fall. Weitere Gründe für die Anlage eines chirurgischen Tracheostomas können schwere Verletzungen, langandauernde Beatmungen oder Lähmungen durch Nervenschädigungen (zum Beispiel des N. recurrens) sein.
Zur Stabilisierung der künstlich geschaffenen Atemöffnung (Tracheostoma) dient in den meisten Fällen eine Trachealkanüle. Diese kann aus Kunststoff, Gummi oder aus Silber sein. Die Trachealkanüle muss regelmäßig gepflegt und auch gewechselt werden. Aber auch die Wundränder müssen genau beobachtet werden.
Wie wird ein chirurgisches Tracheostoma angelegt?
Für die Anlage eines chirurgischen Tracheostomas wird – im OP-Saal unter örtlicher Betäubung, in Sedierung (Ruhigstellung) oder in Narkose – zunächst die Luftröhre durch einen Hauteinschnitt am Hals freigelegt (Luftröhrenschnitt). Die Tracheotomie kann zwischen 1. und 2. Trachealring, zwischen 3. und 4. Trachealring oder aber zwischen 5. und 6. Trachealring durchgeführt werden. Nach Eröffnung der Luftröhre wird meist eine U-förmige Öffnung präpariert (Durchmesser von 15–25 mm). Die Haut wird anschließend mit der eröffneten Luftröhre vernäht. In die entstandene Öffnung kann dann die Trachealkanüle eingeführt werden, über die der Körper später dann mit Sauerstoff versorgt wird.
Was muss danach beachtet werden?
Ein chirurgisches Tracheostoma hat weitreichende Auswirkungen auf das tägliche Leben:
  • Da die Atmung nicht mehr über die Nase und die oberen Atemwege, sondern über das Tracheostoma erfolgt, gelangt die Luft direkt, ungefiltert und ohne Anfeuchtung in die Lunge. Das kann zu Hustenreiz und erhöhter Schleimbildung führen.
  • Zudem ist mit einem Tracheostoma zunächst keine verbale Kommunikation möglich. Im weiteren Verlauf gibt es aber verschiedene Möglichkeiten, wieder eine Stimme zu bekommen, beispielsweise mit einer Stimmprothese oder einer Sprechkanüle.
  • Auch der Geruchs- und der Geschmackssinn sind häufig nach Tracheotomien und damit assoziierten Operationen (wie beispielsweise Kehlkopfoperationen) eingeschränkt.
  • Das Tracheostoma stellt eine direkte Verbindung zu den Lungen dar. Dies bedeutet, dass betreffende Personen im Umgang mit Wasser vorsichtig sein müssen. Wasser sollte nicht in die Halsöffnung eindringen. Das Tracheostoma muss daher beim Duschen oder Baden geschützt werden.
  • Aus hygienischen Gründen muss eine Trachealkanüle regelmäßig gewechselt werden. Ein solcher Wechsel ist in der Regel problemlos möglich und für den Patienten vergleichsweise wenig belastend.
  • Wenn eine Trachealkanüle nicht mehr erforderlich ist, muss die Öffnung bei einem chirurgischen Tracheostoma nach dem endgültigen Entfernen der Kanüle operativ geschlossen werden. Ein chirurgisches Tracheostoma bei Erwachsenen hat meist einen Durchmesser von 15–25 mm. Ein geringerer Durchmesser kann beim Trachealkanülenwechsel Probleme bereiten und im Falle einer Schrumpfung zu klein für eine ausreichende Atmung werden.